Nächster Super-GAU in Westeuropa?

Erstellt am: 21.06.2012 | von: Valentin

Berechnungen des Max-Planck-Instituts für Chemie ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für einen nuklearen Super-GAU 200 mal höher ist als bisher angenommen. Dabei trägt Westeuropa das weltweit höchste Risiko einer radioaktiven Verseuchung durch schwere Reaktorunfälle.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz haben anhand der bisherigen Laufzeiten aller zivilen Kernreaktoren weltweit und der aufgetretenen Kernschmelzen errechnet, dass solche Ereignisse im momentanen Kraftwerksbestand etwa einmal in 10 bis 20 Jahren auftreten können und damit 200 mal häufiger sind als in der Vergangenheit geschätzt. «Man mag zu dieser nicht unumstrittenen Arbeit stehen wie man will: die Realität hat alte optimistische Wahrscheinlichkeitsannahmen korrigiert», so Stefan Füglister, Atomexperte für Greenpeace. «Die Risiken sind in dicht besiedelten Gebieten am grössten. Ein AKW-Bau wie in Mühleberg – 14 Kilometer von der Hauptstadt und dem Verwaltungszentrum unseres Landes entfernt – löst heute nur noch Kopfschütteln aus.»

Max-Planck-Institut für Chemie

Studie «Global risk of radioactive fallout after major nuclear reactor accidents», Max-Planck-Institut 2012 (PDF)

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