Atomenergie weltweit auf dem Rückzug

Erstellt am: 19.07.2012 | von: Valentin

Aktuelle Beispiele aus Finnland und dem Baltikum zeigen, dass AKW-Projekte immer schwieriger zu realisieren sind. Auch der kürzlich publizierte World Nuclear Industry Status Report 2012 kommt zum Schluss: Die Atomenergie ist weltweit im Rückgang und die Atomindustrie verliert an Wert.

Der von unabhängigen Experten um Mycle Schneider verfasste Bericht zeigt eine Atomindustrie, die unter den kumulierten Einflüssen der Weltwirtschaftskrise, den Folgen von Fukushima, starken Konkurrenten sowie unter ihren eigenen Planungs- und Managementproblemen leidet und schon seit einiger Zeit auf dem absteigenden Ast ist: Der Anteil Atomstrom an der weltweiten Elektrizitätsproduktion hatte seinen Peak in den 90er Jahren mit einem Maximum von 17 Prozent. 2011 lag der Anteil bei gerade noch 11 Prozent.

Dieses Bild wird in jüngsten Presseberichten bestätigt. So kommt es beim Bau des Blocks III im finnischen Olkiluoto – eines der wenigen AKW-Neubauprojekte in Europa – erneut zu Verzögerungen. Die ursprünglich für 2009 geplante Inbetriebnahme musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, nachdem diese bereits mehrmals nach hinten geschoben wurde, zuletzt auf 2014. Die prognostizierten Baukosten von nunmehr 6,6 Milliarden Euro sind mittlerweile mehr als doppelt so hoch wie die ursprünglich veranschlagten 3 Milliarden Euro.

In Litauen gibt es politischen Widerstand gegen den geplanten Bau eines gemeinsamen AKW mit Lettland, Estland und dem japanischen Hitachi-Konzern als strategischem Investor. Es wird in Litauen zu einer Referendumsabstimmung kommen, welche das Projekt zum Scheitern bringen könnte.

Download World Nuclear Industry Status Report 2012 (PDF, in englischer Sprache)

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